Kosten und Abrechnung

Interner Stundensatz

Der interne Stundensatz ist der Betrag, mit dem eine Arbeitsstunde eigener Beschäftigter bewertet wird, um internen Projektaufwand in Euro auszudrücken.

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Kalkulation der Zertifizierungskosten am Schreibtisch

Der interne Stundensatz ist der Preis, den Sie einer eigenen Arbeitsstunde geben, damit interner Aufwand in derselben Währung erscheint wie die Rechnung der Zertifizierungsstelle. Ohne ihn bleibt die eingesetzte Zeit eine Zahl in Stunden — und Zahlen in Stunden verlieren in jeder Entscheidungsvorlage gegen Zahlen in Euro.

Der Bruttolohn ist der falsche Ausgangswert

Die häufigste Rechnung lautet: Monatsbrutto geteilt durch 160 Stunden. Sie fällt in beide Richtungen falsch aus.

Sie lässt oben etwas weg. Zum Bruttolohn kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Umlagen, betriebliche Altersvorsorge und die anteiligen Arbeitsplatzkosten für Fläche, IT und Fahrzeug.

Und sie rechnet unten mit der falschen Menge. Bezahlt werden zwölf Monate, verfügbar sind sie nicht. Urlaub, Feiertage, Krankheit und Schulungen gehen ab. Der Vollkostensatz entsteht, indem Sie die Jahresvollkosten einer Stelle durch die tatsächlich verfügbaren Arbeitsstunden teilen, nicht durch die vertraglichen.

Konkrete Werte stehen hier bewusst nicht. Sie unterscheiden sich zwischen Branchen, Regionen und Qualifikationen so stark, dass jede Beispielzahl in die Irre führt. Maßgeblich ist der Satz aus Ihrer eigenen Kalkulation.

Nehmen Sie den Satz, den es im Haus schon gibt

In fast jedem Betrieb existiert bereits ein kalkulatorischer Stundensatz — für die Angebotskalkulation, für die Nachkalkulation von Aufträgen oder für die Bewertung unfertiger Leistungen. Nutzen Sie ihn.

Der praktische Grund ist nicht Bequemlichkeit, sondern Durchsetzbarkeit. Eine Projektrechnung mit einem eigens erfundenen Satz lädt zur Diskussion über den Satz ein statt über das Projekt. Mit dem Satz des Rechnungswesens diskutieren Sie über den Umfang, und das ist die richtige Diskussion.

Eine Verwechslung kommt dabei regelmäßig vor: Der Fertigungsstundensatz enthält Maschinen- und Fertigungsgemeinkosten. Auf Bürostunden für Prozessbeschreibungen angewendet, überzeichnet er den Aufwand deutlich. Für Verwaltungstätigkeiten gilt der entsprechende Verwaltungssatz.

Ein einziger Satz reicht für die Auditwoche nicht

Für die Aufbauphase können Sie mit einem Durchschnitt arbeiten. Für das Audit nicht.

Im Auditgespräch sitzen Geschäftsführung, Bereichsleitungen und Prozessverantwortliche — genau die Stellen mit den höchsten Sätzen und der geringsten Verschiebbarkeit. Wer die Auditwoche mit dem Durchschnittssatz der Belegschaft bewertet, unterschätzt den teuersten Abschnitt des Projekts. Wie stark sich die Bindung dort konzentriert, steht unter Personalbindung im Projekt.

Legen Sie deshalb zwei oder drei Sätze fest: Leitung, Fachfunktion, ausführende Tätigkeit. Mehr Differenzierung bringt keine bessere Entscheidung.

Wo der Satz endet

Der interne Stundensatz bewertet gebundene Zeit. Er beantwortet nicht, ob diese Zeit anderswo Ertrag erwirtschaftet hätte — das ist die Frage der Opportunitätskosten. Beide Größen zu addieren, ist eine Doppelzählung.

Er ist außerdem nicht mit dem Preis einer Zertifizierungsstelle vergleichbar. Warum sich Stunden- und Tagespreise nicht ineinander umrechnen lassen, steht unter Stundensatz und Tagessatz.

Für die Budgetzeile brauchen Sie am Ende beides: die bewerteten Stunden aus der internen Aufwandsschätzung und die externen Positionen. Wie Sie beide zusammenführen, beschreibt Zertifizierungskosten im Budget planen.

Häufige Fragen

Welcher Stundensatz gehört in die Projektkalkulation?

Der Vollkostensatz aus Ihrer eigenen Kalkulation, nicht der Bruttolohn. Er enthält die Arbeitgeberanteile, die bezahlten Ausfallzeiten und die anteiligen Arbeitsplatzkosten. Fragen Sie im Rechnungswesen nach dem Satz, der bereits für die Nachkalkulation verwendet wird. Ein selbst gebauter Wert wird in der Entscheidungsvorlage regelmäßig gestrichen, weil er zu den übrigen Zahlen des Hauses nicht passt.

Warum liegt der interne Stundensatz unter dem Tagessatz der Zertifizierungsstelle?

Weil zwei verschiedene Größen verglichen werden. Ihr interner Satz ist ein Kostensatz. Der Tagessatz einer Zertifizierungsstelle ist ein Preis und enthält Vertrieb, Auditorenqualifizierung, Akkreditierung und Marge. Aus der Differenz lässt sich deshalb nicht ableiten, dass interne Arbeit billiger ist. Sie ist nur nach einer anderen Logik bewertet.

Darf ich für alle Beteiligten denselben Satz ansetzen?

Für eine grobe Schätzung ja, für die Auditwoche nicht. In den Auditterminen sitzen Geschäftsführung und Prozessverantwortliche am Tisch, nicht der Durchschnitt der Belegschaft. Wer mit einem einheitlichen Mittelwert rechnet, unterschätzt genau den Zeitraum, in dem die teuerste Zeit gebunden ist.

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