Kosten und Abrechnung

Personalbindung im Projekt

Personalbindung im Projekt bezeichnet Umfang und zeitliche Verteilung der eigenen Arbeitszeit, die Aufbau, Vorbereitung und Durchführung einer Zertifizierung beanspruchen.

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Zeitplanung eines Zertifizierungsprojekts an der Wand

Personalbindung im Projekt beschreibt, wie viele Ihrer Leute wie lange und vor allem wann gleichzeitig für die Zertifizierung nicht verfügbar sind. Die Summe der Stunden interessiert das Controlling. Die Gleichzeitigkeit interessiert den Betrieb — sie entscheidet darüber, ob nebenher noch produziert und geliefert wird.

Die Beauftragtenstelle ist nicht das Projekt

Die verbreitetste Fehlplanung besteht darin, das Vorhaben mit einer Person zu besetzen: dem Qualitäts-, Umwelt- oder Informationssicherheitsbeauftragten. Der Rest der Organisation soll „mitlaufen”.

Das funktioniert für die Projektsteuerung und nicht für den Inhalt. Ein Managementsystem beschreibt, wie im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird. Diese Beschreibung kann nur aus den Bereichen kommen — Einkauf, Fertigung, Vertrieb, Instandhaltung. Der Beauftragte moderiert, prüft auf Normkonformität und hält die Struktur zusammen.

Wo er stattdessen schreibt, entsteht ein System auf dem Papier. Es besteht das Audit möglicherweise, weil die Dokumente vollständig sind. Im nächsten Überwachungsaudit fällt die Lücke zwischen Dokument und Praxis auf, und die Nacharbeit ist teurer als die eingesparte Beteiligung.

Drei Phasen mit unterschiedlichem Lastprofil

Die Bindung verteilt sich nicht gleichmäßig.

In der Aufbauphase ist sie breit und flach: viele Beteiligte, kurze Termine, über Monate verteilt. Diese Phase lässt sich strecken und an den Betriebsablauf anpassen.

In der Vorbereitungsphase konzentriert sie sich. Interne Audits, Managementbewertung und die Korrektur offener Punkte liegen bei wenigen Personen und haben einen festen Endpunkt: den Audittermin.

In der Auditwoche ist sie maximal und terminfix. Der Auditor arbeitet nach Auditplan und ruft Bereiche in Zeitfenstern ab. Für Sie bedeutet das Bereitschaft, nicht Termin: Die Fertigungsleitung muss verfügbar sein, auch wenn ihr Fenster erst am Nachmittag aufgeht. Die tatsächliche Bindung liegt deshalb regelmäßig über der reinen Gesprächszeit, die im Audittag kalkuliert ist.

Was die Bindung wirklich senkt

Nicht kürzere Termine, sondern Vorbereitung. Drei Punkte wirken messbar:

  • Aktuelle Dokumentenlenkung. Wenn im Audit erst gesucht wird, welche Version gilt, verlängert sich jedes Gespräch.
  • Ein tatsächlich durchgeführtes internes Audit. Es nimmt die Fragen vorweg, die sonst im Termin geklärt werden.
  • Benannte Ansprechpartner je Normkapitel, mit Vertretung, aber mit echter Zuständigkeit.

Der zweite Hebel ist die zeitliche Streckung. Ein Vorhaben über zwölf Monate bindet Engpassrollen in kleinen Portionen, eines über acht Wochen trifft sie voll. Welche Zeiträume realistisch sind, steht unter Dauer der Zertifizierung.

Wie Sie die Bindung beziffern

Erfassen Sie die Stunden je Rolle und Phase, nicht je Person, und bewerten Sie sie mit dem passenden internen Stundensatz. Das Ergebnis gehört in die interne Aufwandsschätzung.

Getrennt davon steht die Frage, ob die gebundene Zeit an anderer Stelle Leistung gekostet hat. Das ist der Produktivitätsverlust und betrifft nur einen Teil der Beteiligten. Beides zusammenzurechnen, ergibt eine Zahl, die im Controlling zu Recht gestrichen wird.

Häufige Fragen

Reicht es, wenn der Qualitätsbeauftragte das Projekt macht?

Für die Organisation ja, für den Inhalt nicht. Prozessbeschreibungen, Kennzahlen und Nachweise stammen aus den Fachbereichen. Wenn der Beauftragte sie allein schreibt, entsteht ein System, das im Audit niemand vertritt und das nach dem Zertifikat niemand pflegt. Die Nacharbeit fällt dann spätestens im ersten Überwachungsaudit an.

In welcher Phase ist die Bindung am höchsten?

In der Auditwoche. Dort sind mehrere Führungskräfte gleichzeitig gebunden, der Termin liegt fest und lässt sich nur mit Vorlauf und meist gegen Gebühr verschieben. Die Aufbauphase bindet in Summe mehr Stunden, verteilt sie aber über Monate und auf viele Schultern.

Kann ein Stellvertreter die Auditgespräche übernehmen?

Nur, wenn er den Prozess tatsächlich verantwortet. Der Auditor fragt nach Entscheidungen, Zuständigkeiten und Wirksamkeit. Ein Vertreter ohne eigene Kenntnis erzeugt Rückfragen, die zu Feststellungen werden. Das kostet mehr Zeit als der Termin, den Sie mit der Vertretung sparen wollten.

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