Kosten und Abrechnung

Gesamtbetriebskosten

Die Gesamtbetriebskosten einer Zertifizierung sind die Summe aller externen und internen Aufwendungen über den gesamten Zertifikatszyklus, nicht nur die Rechnung der Zertifizierungsstelle.

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Budgetplanung mit Tabellen am Bildschirm

Die Gesamtbetriebskosten einer Zertifizierung sind die Summe aus externen Rechnungen und internem Aufwand über den vollen Dreijahreszyklus. Sie sind die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote oder zwei Vorgehensweisen ehrlich vergleichen lassen. Die Rechnung der Zertifizierungsstelle ist darin ein Teilbetrag, häufig nicht einmal der größte.

Die vier Blöcke

Externe Auditkosten. Audittage mal Tagessatz für Erstzertifizierung, zwei Überwachungsaudits und Rezertifizierung, dazu Reisekostenpauschalen und die jährliche Zertifikatsgebühr.

Externe Unterstützung. Beratung beim Aufbau, gegebenenfalls eine Gap-Analyse, gegebenenfalls ein Voraudit, Schulungen für interne Auditoren. Diese Posten fallen überwiegend im ersten Jahr an. Was ein Beratungstag kostet, steht unter Beratertagessatz.

Interner Aufwand. Der Aufbau im ersten Jahr und danach die dauerhafte Pflege: internes Auditprogramm, Managementbewertung, Dokumentenpflege, Bearbeitung von Abweichungen, Vorbereitung und Begleitung der externen Audits.

Sachkosten. Softwarelizenzen, Messmittel, Schulungsmaterial, gelegentlich bauliche oder organisatorische Maßnahmen, die erst durch die Normanforderung ausgelöst werden.

Der Posten, der systematisch fehlt

In fast jeder ersten Kalkulation fehlt die Arbeitszeit der eigenen Leute. Sie erscheint kostenlos, weil sie ohnehin bezahlt wird. Das ist der Grund, warum Zertifizierungsprojekte regelmäßig als günstiger geplant werden, als sie sind.

Der Aufwand ist erheblich. Neben dem Aufbau bindet jedes externe Audit Ansprechpartner in mehreren Bereichen — bei einem Auditteam aus zwei Personen werden zwei Prozesse parallel geprüft, also müssen doppelt so viele Beschäftigte verfügbar sein. Dazu die Vorbereitung, die Abschlussbesprechung und danach die Maßnahmenbearbeitung.

Setzen Sie diesen Block mit einem internen Stundensatz an und stellen Sie ihn sichtbar ins Budget. Sobald er sichtbar ist, ändern sich Entscheidungen: Ob ein Berater den Systemaufbau übernimmt oder die Qualitätsbeauftragte, ist erst dann eine echte Rechnung und keine Frage der Kassenlage. Der Vergleich beider Wege steht unter Zertifizierung ohne Berater.

Warum drei Jahre die richtige Bezugsgröße sind

Das erste Jahr enthält einmalige Aufbaukosten und die vollständige Erstprüfung. Das zweite Jahr ist das günstigste. Das dritte Jahr enthält die Rezertifizierung mit etwa zwei Dritteln des Erstaufwands.

Wer nur das erste Jahr betrachtet, überschätzt die laufende Belastung. Wer nur ein mittleres Jahr betrachtet, unterschätzt sie. Beides führt zu falschen Entscheidungen — etwa dazu, ein günstiges Erstangebot mit teuren Folgejahren zu wählen. Wie sich die Jahre verteilen, steht unter Folgekosten.

Zwei Hebel, die die Gesamtbetriebskosten wirklich senken

Der erste ist die Bündelung von Normen. Ein integriertes Audit spart nicht nur einmalig, sondern in jedem Jahr des Zyklus.

Der zweite ist unspektakulär und wirkt stärker: das System laufend pflegen statt vor jedem Audit reaktivieren. Ein gepflegtes System erzeugt weniger Feststellungen, weniger Nacharbeit und keine Nachaudits. Es kostet über zwölf Monate verteilt weniger Arbeitszeit als die Aufholjagd in den vier Wochen davor — und diese Differenz ist über drei Jahre größer als jeder verhandelte Tagessatz.

Häufige Fragen

Welcher Zeitraum ist die richtige Bezugsgröße?

Der volle Zertifikatszyklus von drei Jahren. Ein Jahresvergleich verzerrt in beide Richtungen: Das erste Jahr enthält einmalige Aufbaukosten, das zweite ist das günstigste, das dritte enthält die teurere Rezertifizierung. Erst die Summe über drei Jahre macht zwei Angebote und zwei Vorgehensweisen vergleichbar — und deckt auf, ob ein günstiger Erstpreis über die Folgejahre wieder eingesammelt wird.

Wie bewerte ich den internen Aufwand in Euro?

Mit einem internen Stundensatz, wie Sie ihn auch für andere Projekte ansetzen. Der Punkt ist nicht die Genauigkeit, sondern die Sichtbarkeit: Solange Arbeitszeit als kostenlos gilt, gewinnt in jeder Entscheidung die Variante, die Arbeit nach innen verschiebt. Eine grobe Schätzung, die im Budget steht, ist besser als eine exakte, die fehlt.

Gehören Softwarekosten dazu?

Wenn sie wegen der Zertifizierung entstehen, ja. Das betrifft Werkzeuge für Dokumentenlenkung, Auditmanagement oder Maßnahmenverfolgung. Sie sind oft als Jahreslizenz kalkuliert und laufen damit über den gesamten Zyklus mit — ein kleiner Posten, der nur deshalb auffällt, weil er in keiner Erstkalkulation steht.

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